Nordsteigs Weinstube

Bezirk / Lage:

Altstadt

Zugangsvoraussetzungen:

keine

Personen:
  • Adalbert Nordsteig, Wirt und Weinkenner
OT-Autor(en):

Lydea

Beschreibung

Bei der offenbar schon recht alten und alteingesessenen Weinstube handelt es sich um ein etwas verstecktes, sehr schmales Haus in der Altstadt. Scheinbar hatte vor geraumer Zeit ein wagemutiger Zimmermann im alten Stadtkern der Stadt eine Lücke erspäht, die irgendwie noch über geblieben war. Jedenfalls ist das entstandene Gebäude kaum drei Schritte breit, ist geklemmt zwischen zwei weitere Häuser, die Fassade aus dunklem Holz mit verwitterten Schnitzereien, dazwischen eingelassen jedoch hohe, große dunkle Fenster aus grünlichem Glas, wie Flaschenböden.

Die extrem schmale Häuserfront findet ihre logische Fortsetzung im nach hinten gestreckten Raum. Schmale, dunkle Holztreppen verbinden gleich vier Geschosse mit flurähnlichen Räumen, an deren Seiten einfache hölzerne Tische, fast wie Regale, mit Schemeln aufgereiht stehen. Die unteren Tische sind stets gedrängt voll, da man den Wein offenbar bestellt und dann selbst vom Treslein zum Platz bringen muss. Durchquert man das meist überfüllte Erdgeschoss, erreicht man am hinteren Ende eine Türe, die hinaus führt. Durchschreitet man diese kleine Pforte, betritt man den kleinen, ummauerten Garten, der überraschend und im Gegensatz zum Schenkengebäude selbst Raum zum Atmen bietet. An hölzernen Balken sind, knorrig und um die Winterszeit scheinbar tot, große Weinstöcke gerankt. Der Himmel spannt sich über den kleinen Hof, im Sommer muss hier alles grün belaubt und schier überwuchert sein. Auch hier stehen diverse kleine Holztische und -schemel, um den Platz bestmöglich zu nutzen. Wenn Frühling und Sommer den Hinterhof in eine grüne Oase im Herzen der Stadt verwandeln, laden trauliche Lauben und in den Abendstunden entzündete Windlichter zum Verweilen ein.

Die Schankknechte scheinen nur für den Zweck angestellt zu sein, die leeren Becher in den Stockwerken einzusammeln oder dem kleinen Tresen und Ausschank Nachschub zu liefern, den der Inhaber – die Götter wissen wo sonst – zumindest nicht am Tresen vorrätig halten kann.

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