Pradera de Piedras

Das Fürstentum Pradera hat eine lange und bewegte Vergangenheit. Über 8000 Jahre zählt die alte Zeitrechnung des Landes, „nach der Erschaffung der Welt“ wie es da heißt. Doch in Wirklichkeit ist den Bewohnern des Landes nur wenig der eigenen Geschichte bekannt. Die meisten Chroniken beginnen im um das Jahr 7493 nach Erschaffung der Welt oder 518 vor dem Wandel, wie in der neuen Zeitrechnung Praderas gezählt wird.

So war Pradera für viele Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende, Teil der südöstlichen Küstenregion Trawoniens, direkt an der Grenze zu den früheren Chaoslanden, dem heutigen Dunklen Reich Torog Nai gelegen. Kerarwed wurde es von seinen Nachbarn in Westwood oder den angrenzenden trawonischen Provinzen genannt. Doch schon solange Geschichtsschreiber zurückdenken können, war Pradera die Piedras, „die Wiese der Steine“, der Name, den die Einheimischen ihrer Heimat gaben. Der Verwaltungsname Kerarwed blieb ihnen fremd. Kerarwed, das war für sie der Name einer Stadt, nicht der ihres Fürstentums. Und so begann es schon ein wenig mit dem Namen, dass sich die Bürger Praderas in Trawonien immer ein bisschen fremd fühlten und nie ganz ernst genommen.

Eine lange Geschichte hat das Fürstentum in Trawonien hinter sich gebracht. Direkt an der Front zum Dunklen Reich, wurde es immer wieder Austragungsort der Schlachten zwischen den Erzfeinden. Oftmals wurde es erobert, besetzt und zuletzt geschändet. Im letzten Krieg gegen das Dunkle Reich wurden zwei Drittel des Fürstentums nicht nur erobert sondern so verwüstet, dass dort kein Leben mehr möglich sein sollte. Torog Nai führte seinen Krieg nicht nur gegen die Bewohner des Landes, sondern gegen das Land selbst.

8011 n.E.d.W. oder auch im „Jahr des Wandels“, verließ das lebende Land Pradera samt seiner Bewohner eben jenen Platz, den es Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende, eingenommen hatte. Die trawonische Provinz Kerarwed blieb zurück und das Fürstentum Pradera machte sich auf eine Reise, um schließlich einige Monate später in einem großen Talkessel in den Nordlandclans wieder in die Wirklichkeit zu treten, viele hundert Meilen weiter nördlich.

Fragt man die Bewohner der Nordlandclans, was zuvor in diesem Talkessel gewesen sei, so kann niemand dies wirklich beantworten. Vom „Vergessenen Tal“ oder „Verlorenen Wald“ ist die Rede. Inzwischen gilt als gesichert, dass das Land Pradera in den Talkessel nur zurückkehrte und nun seinen alten Stammsitz einnimmt. Warum es einst ging oder nun wiederkam, können seine Bewohner nur spekulieren.

Pradera de Piedras hat sich in diesen Talkessel scheinbar perfekt angepasst, auch wenn Geographen und Landvermesser auch heute noch Kopfschmerzen bekommen, wenn sie neue Messergebnisse auf ihren Tisch bekommen. Dabei hat sich das Land einmal gedreht. Was einst in Trawonien Norden war, ist jetzt Süden, was einst Osten war, ist jetzt Westen. Die Meeresküste, einst im Süden des Landes gelegen, ist verschwunden und hat nun einem Gebirgsrand Platz gemacht. Die beiden großen Flüsse – Kilg und Rio Callado, die hier einst ins Meer flossen, verschwinden nun in Höhlen unter dem Gebirge.

Wie gesagt, die Einwohner des Landes nennen das Land schon immer Pradera de Piedras, was soviel wie „Wiese der Steine“ bedeutet. Hohe Gebirge und karge Hochländer prägten schon immer die Landschaft des Fürstentums.

Nach der Gebietsreform ist das Fürstentum Pradera de Piedras in vier Grafschaften unterteilt, welche wiederum in je drei Baronien gegliedert werden. Hinzu kommt das Protektorat Kerarwed, dass die Ruinen der Städte Kerarwed und Harawed und deren direkte Umgebung umfasst. Hier leben jedoch kaum Menschen.

Vom letzten großen Krieg gegen das Dunkle Reich blieben nur die Grafschaften Kilghard und Hohen Bogen verschont. Alle Gebiete die damals östlich (heute westlich) davon lagen, wurden vom Feind erobert und in über einem Jahrzehnt verbrannt, verseucht und vernichtet. Doch während der Wanderung des Landes erneuerten sich die besetzten Gebiete. Sie heilten und schüttelten die Narben der Besatzung ab.

Bereits heute ist die Grafschaft Alte Mark wieder relativ gut besiedelt, Städte und Festungen wurden wieder aufgebaut. Im Nordwesten wurde die neue Grafschaft Terra Nueva gegründet. Hier wurde nicht an Altem festgehalten. Hier soll neues entstehen, ohne an die bitteren Verluste der Vergangenheit zu denken. Terra Nueva ist bisher kaum besiedelt. Hier wartet ein wildes, scheinbar unberührtes Land auf seine Erschließung.

Von der einst größten Stadt des Fürstentums – Kerarwed Stadt – blieben nur Ruinen übrig und auch die in der Nähe gelegene einstige Hafenstadt  Harawed bietet einen Anblick der Verwüstung. Nachts sieht man hier Geistererscheinungen und unheimliche Lichter. Bisher wird das Gebiet eher gehütet als bewohnt, da niemand weiß, was für Gefahren von der Stadt ausgehen könnten, die über 10 Jahre lang eine Nekropole des dunklen Reiches war.

Hier findet ihr eine ausführliche Beschreibung des Hintergrunds.