Feuerstadt

Die Stadt der Schmiede

Steil steigt das Land an, während der harzige Duft der Tannen zu riechen ist. Ein Salamander, der die Sonne genossen hat, huscht in eines der felsigen Verstecke, welche nur er kennt. Ein leichter Wind erfasst die Haare und der Schwingenschlag eines mächtigen Adlers ist am Himmel zu beobachten. Südlich des Silvanor erheben sich die Dächer und Schornsteine von Feuerstadt. Hier werden mit Hilfe der in den Feuerhöhen gewonnenen ‚brennenden Steine‘ von den Schmieden der Gilden die feinsten stählernen Waffen und Rüstungen hergestellt. Dieses alte Bollwerk der Handwerkskunst ist als ein Werk des Fleißes vieler Generationen von Menschen und Zwergen entstanden.

Zum Klang der Hämmer

In den Geschichten der Gilden heißt es, dass Feuerstadt vor vielen Generationen als Umschlagplatz für die Waren der Zwerge aus den Okerbergen oder auch Schwefelbergen gedient hat. Um mit den Elfen und den Bärenclans Handel zu treiben, wurde ein Ort zwischen den Territorien gesucht. Dieser Platz lag an der Stelle auf der sich heute Feuerstadt erhebt. Es heißt, dass die Feuerstädter mit den Zwergen vom Okerberg immer noch Verbindungen hätten, ebenso werden ihnen Verbindungen in den Silvanor nachgesagt. Im Gildenrat von Feuerstadt sind auch ein paar Stadtzwerge vertreten, diese haben jedoch, nach eigenen Aussagen, schon lange nichts mehr mit ihren Vettern in den Bergen zu tun. Auch Begegnungen mit den Elfen des Silvanor sind eher selten, jedoch sollen gerade in den letzten Jahren wieder vermehrt Elfen den Wald verlassen haben.

Im Schein der Essen

Das Handwerk in all seinen Formen ist eine hochgeschätzte Kunst in Feuerstadt. Vom einfachen Schmied bis zum edlen Juwelenschleifer ist doch alles vertreten, was Thurgos Segen hat. Die Handwerker, Händler und Bergleute von Feuerstadt sind in einem Gildenrat organisiert. Damit ist die Führung der Stadt fest in der Hand der Gilden. Ihre amtierende Gildenherrin Ranja Wildjek von der Gilde der Schmiede führt die Stadt seit mehreren Jahren souverän. Das vornehmliche Interesse der Gilden liegt im Wachstum und Ausbau der Stadt, sowie dem Sichern der Handelswege. Der berechtigte Stolz der Feuerstädter für ihre Waren wird nur durch ihren Zorn übertroffen, wenn man versucht, ihnen die Früchte ihrer harten Arbeit zu rauben. Aber gerade die jüngsten Bemühungen zusammen mit Freystadt und Tinar die Handelsstraße quer durchs Land zu befestigen, scheinen von Erfolg gekrönt zu sein.

Die Schätze der Erde

Vom Smaragdsee tief im Silvanor sickert das Wasser weit unter der Erde durch Kalkgestein nach Südosten, um in einigen Meilen Entfernung an den Feuerhöhen wieder zu Tage zu treten. Diese Hügel waren einstmals von Wald bedeckt, doch durch ein gewaltiges Feuer vor einigen Jahrzehnten wurde der gesamte Baumbestand vernichtet. Zurück blieben nur kahle Hügel, die man bald die Feuerhöhen nannte. Nur noch karge Gräser wachsen auf dem einstmals grünen Land und die vielen kleinen Quellen im südlichen Teil der Höhen, die ihren Ursprung in den Gewässern des Grünen Sees haben sollen, nähren die fauligen Sumpfgründe der Firithwaith. Trotzdem befindet sich gerade hier einer der größten Schätze der Menschen von Feuerstadt: Braun- und Steinkohle kann hier mühelos im Tagebau gefördert werden. Durch die heißeren Feuer, die sich dadurch in den Essen der Schmiede erzeugen lassen, werden die Metalle härter und widerstandsfähiger.

Alte Pfade der Vergangenheit

Von dem Abbaugebiet in den Feuerhöhen verläuft zwischen dem Waldrand und den trügerischen Ufern des Firithwaith die Neue Minenstrasse nach Westen, bis sie auf die Alte Schwefelstrasse trifft und ihrem Verlauf über die Brücke der Firithfluten Richtung Süden folgt. An den Silberminen des Freywaldes trifft die Strasse auf die Neue Handelsstrasse, der sie nach Westen Richtung Feuerstadt folgt.Würde man der Alten Schwefelstrasse nach Norden folgen, käme man alsbald an den Waldrand. Einst führte die Strasse fast bis zur Mitte des Waldes, zu den Schwefelbergen. Dorthin zogen sich vor mehr als vier Generationen einige der kleineren Clans zurück, um den fortschrittlichen Lebensstil ihrer Nachbarn nicht mit ansehen zu müssen und um den alten Wegen in ihrer Wildheit zu folgen. Seither hat man nichts mehr von ihnen gehört, und kaum einer würde das Wagnis eingehen wollen, so tief in den Wald einzudringen. Doch manchmal, an Tagen an denen die Sonne besonders hell scheint, kann man ein merkwürdiges Glänzen auf der höchsten Spitze der Schwefelberge ausmachen. Dann sprechen die Weisen der Clans wieder von den Brüdern und Schwestern, die in die Wälder gegangen sind. Nur die Fahrer der Kohletrosse und deren Begleiter wissen von den wachsamen Augen des Silvanor und seinen versteckten Gefahren zu berichten. Immer wieder gibt es Wagemutige, die sich von der Alten Minenstrasse aus auf die Suche nach den sagenhaften grünen Edelsteinen machen, doch niemals kehren sie aus den Tiefen des Waldes wieder.